Thema

Grenzmosaik
Quelle: G. Dobrozemsky

Grenzüberschreitungen

Die Macht der Übergänge

Veränderungen prägen die Welt. Geburt und Tod sind die tiefsten „Einschnitte“ im eigenen Leben, doch dazwischen gibt es viele Grenzüberschritte, Neuerungen, Krisen.

Die Bibel ist voll von Reflexionen über die „Macht der Übergänge“, die Gefahren und Gefährdungen, die Ängste und Sorgen, aber auch über die Notwendigkeit der Veränderung. Adams und Evas Schritte aus dem Paradies ermöglichen erst die Entwicklung der Welt. Der Weg Abrahams ins Ungewisse ermöglicht die Bildung Israels. Die radikale Kritik der Propheten trennt das Überkommene und Falsche ebenso vom Richtigen und Gebotenen wie es das Gesetz zu tun versucht, das selber aber mitunter übertreten werden muss, um „lebendig“ zu bleiben.

Übergänge sind mit Risiken und Gefahren verbunden, und häufig müssen sie (auch rituell) begleitet werden. Das begründet Feste und Feiern, Zeremonien und Rituale. Geburt, Beschneidung/Taufe etc. bis zum Begräbnis und Trauerzeiten sind notwendige Schritte im Prozess der Veränderung. Gleichwohl sichern diese Kontinuität. Denn Kontinuität und Veränderung sind keine Gegensätze, sondern sich ergänzende und vermengende Bestandteile des Lebens. Machen wir uns auf die Spur „biblischer“ Übergänge, reflektieren wir unsere eigene Welt und unser Leben auf ihrer Basis und im Licht der Literatur und Kunst.